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Author: Jörg

Lebendige Lettern

Lebendige Lettern

Ich finde die Kampagnen, die die Berliner Werbeagentur Heimat für ihren Kunden Hornbach kreiert, immer wieder überraschend. Derzeit geht es um das mysteriöse Verschwinden der Display-Buchstaben, die normalerweise über den Eingängen der Baumärkte den Firmennamen ergeben. Es wird in den TV-Spots und in der kompletten Story im Internet behauptet, dass eine Gruppe junger, hipper Niederländer es als eine Art Sport betreiben würde, diese Buchstaben in nächtlichen Aktionen abzumontieren und zweckzuentfremenden, um zum Beispiel mit dem Skateboard auf dem „C“ zu…

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Und nun: das Wetter

Und nun: das Wetter

Ich bin nicht sehr talentiert in Small Talk. Auch nicht über das Wetter. Das liegt daran, dass ich das Wetter immer so nehmen will, wie es kommt (ich rede nicht vom Klimawandel!). Ich freue mich, wenn es warm ist, denn dann kann ich in kurzen Hosen und ohne Socken rausgehen. Ich freue mich, wenn es kühl ist, denn dann muss ich nicht schwitzen. Ich freue mich über Regen, denn davon wachsen die Tomaten. Ich freue mich über Sonnenschein, denn dann…

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TV-Kuss

TV-Kuss

Kennt Ihr noch das „Fernsehen“? Das ist einmal die Bezeichnung für ein elektronisches Gerät, ein Kunststoffkasten mit eingebautem Bildschirm, auf dem Millionen von mikroskopisch kleinen Farbpunkten leuchten und die Illusion eines Bildes erzeugen, mehrerer Bilder, gar: sich bewegender Bilder! Und nicht nur Bilder, auch Töne: Geräusche, Stimmen, Musik. Eine sogenannte „Sendung“ wird übertragen, manchmal sogar im gleichen Moment, an einem anderen Ort der Welt, und du hast das Gefühl, du selbst bist dabei, auch wenn du gar nicht dabei sein…

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Traurige Karten

Traurige Karten

Heute findet die Trauerfeier für Queen Elisabeth II. in London statt. Ich habe ein bisschen von der Fernsehübertragung gesehen und immer noch Gänsehaut von diesem riesigen, perfekt inszenierten Theaterstück. So viele Teilnehmer, so viele Menschen in zum Teil absurden Uniformen. Jeder Handgriff, jeder Schritt, jedes Wort, alles perfekt einstudiert. Unsere Trauerfeier am vorletzten Wochenende war vielleicht weniger pompös, doch ich bin mir sicher, dass wir die schöneren Trauerkarten hatten. Kurz vor der Queen ist meine Mutter gestorben. Im Alter von…

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Am Tatort vom Tatort

Am Tatort vom Tatort

Vor ein paar Tagen fuhr ich mit dem Fahrrad durch den Kölner Stadtwald und befand mich unversehens am Schauplatz eines Mordes. Zum Glück ist die Leiche später wieder aufgestanden und nach Hause gefahren (nehme ich an), denn es handelte sich nur um einen Fernsehmord. Es wurde für den Tatort gedreht. Für mich ein willkommener Anlass, darüber zu berichten, wie eng der Kölner Tatort und seine Protagonisten mit meinem Schicksal verknüpft sind (ich musste beim Schreiben selbst staunen): Vor Urzeiten gab…

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Durst

Durst

So ist das als relativ neues Mitglied der Generation 50+. Man kann rein äußerlich betrachtet noch mit den Jüngeren mithalten, doch hinter der attraktiv-reifen Fassade regt sich so langsam der innere Mecker-Opa. Noch ist es nicht soweit, noch will ich mich dem nicht ganz hingeben und über die Jugend von heute schimpfen. Also begegne ich meinem aufkeimenden Ärger, indem ich versuche, Verständnis aufzubringen. Wir flotten und rüstigen Menschen, denen man uns das Swingen unserer Geburtsjahrgänge, den 1960s, auch heute noch…

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Mein Freund, der Baum

Mein Freund, der Baum

Im Moment wird wieder ordentlich gesägt im Park, der direkt vor unserer Haustür beginnt. Ein grausames Geheul der Kettensägen. Sie sägen nicht nur Äste, sie sägen auch an mir. Es ist für mich, ganz im Ernst, mit körperlichem Schmerz verbunden, wenn ich sehe (und höre), wie Bäume gefällt oder nur beschnitten werden. Wahrscheinlich ist es die momentane Trockenheit, die die Bäume in die Knie zwingt und sie daher ein bisschen schwächlich mit ihren Ästen wackeln und knarzen lässt, ein paar…

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Ein schlumpfiger Tag im Brüsseler Comicmuseum

Ein schlumpfiger Tag im Brüsseler Comicmuseum

Aller Anfang ist schlumpf „Excusez-moi: le Rue des Sables?“ Ist der falsche Artikel Schuld oder ist es die falsche Person, die ich anspreche, jedenfalls reagiert der Mann stumm und mit abwehrenden Gesten auf meine höfliche Frage nach dem Weg. Ich gehe weiter, suche nach Hinweisen, Stadtplänen, kompetenten Einheimischen. Als nächstes eine Frau „Excusez-moi Madame …“. „No Francés“ die Antwort. „No problem, English!“ entgegne ich. „Sólo Español!“ bedauert die Dame. „¡No problema! Estoy buscando la calle que se llama Rue des…

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Profileum

Profileum

Am 1. August 1997 habe ich bei der Düsseldorfer Werbeagentur cayenne als Layouter angefangen. Ich blieb fünfeinhalb Jahre und wurde Junior-Artdirector, Art-Director und schließlich Art Supervisor. Der 1. August vor 25 Jahren war der Tag, an dem ich Profi-Kreativer wurde. Zumindest auf dem Papier. Doch ich hatte am Anfang so gut wie keine Ahnung, wie „es“ geht. Ich war aber sehr neugierig, habe viel gearbeitet und habe „es“ irgendwann gelernt. Oder einfach kapiert. Und als ich „es“ dann richtig gut…

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